Hase im Glück

Bucatini all‘ Amatriciana

Urlaub in Südtirol 2015 – Teil 3 – Meran … oder
… Kohlenhydrate braucht man nicht nur nach dem Wandern //

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Ein lauer Sommerabend in Meran. Wir sitzen in einem Gartenrestaurant. Es ist so leise, dass man eine Feder fallen hören könnte. Warum? Weil wir hoch konzentriert die Speisekarte studieren.
Die Stimme des Mannes durchbricht die Stille: „Hase, was nimmst Du zum Essen?“ Ich: „Etwas mit viel Kohlenhydraten und ganz viel Salz, das brauche ich jetzt!“

Ich habt richtig geraten, in Teil 3 meines Südtirol Reiseberichtes (Teil 1 findet Ihr HIER und Teil 2 HIER) geht es nach Meran. Und nein, ich brauchte die Kohlenhydrate nicht, weil wir am Tag jung, dynamisch, erfolgreich mehrere Dreitausender bestiegen haben, sondern weil wir am Vorabend auf einer Party waren.

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Jetzt aber chronologisch. Nachdem unsere drei Nächte am Kalterer See vorbei waren, suchten wir uns mit immerhin 24 Stunden Vorlauf ein Hotel in Meran. Nach dem Frühstück in Kaltern fuhren wir nach Algund, das oberhalb von Meran liegt (in der Hochsaison so kurzfristig ein freies Zimmer zu finden, ist nicht ganz so einfach), checkten ein, machten uns frisch und dann ging es direkt weiter nach Riffian bei Meran. Dort veranstalteten Freunde von uns eine Sommerparty unter dem Motto „Live. Laugh. Love. No Bullshit“ und ja, wir nahmen alle das Motto sehr ernst.

Zusammenfassend: wir waren um 14 Uhr dort und kamen um 3.30 Uhr in der Früh wieder zurück ins Hotel. Neben leckerem Essen (live), quatschte jeder mit jedem (laugh), zwischendrin schaute man mal nach seiner besseren Hälfte (love) und es floss Alkohol in Massen (no bullshit). No bullshit war dann auch unsere Taxifahrt „nach Hause“. Wir müssen so gemüffelt haben, dass der Taxifahrer uns ganz schnell wieder loswerden wollte und somit mit ungelogen (ich saß hinten und konnte es genau beobachten) 110 km/h die kurvige Straße runter peste. Da wird einem dann nach 11 Stunden Feierei kurz mal anders.

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Am nächsten Tag waren wir fix und fertig. Abgesehen davon, dass wir nicht ausschlafen konnten, stand das Auto noch in Riffian und so machten der Mann und ich uns auf den Weg.
Ans Bergschuhe-Zuschnüren war nicht zu denken (Schuhe- Zuschnüren = bücken = noch mehr Kopfweh) und so schmiss ich mich in meine heißgeliebten Birkenstock Sandalen und wir zogen los. Wenn man den Weg von Algund nach Riffian kompliziert gestalten kann, dann taten wir das hoch zehn.

Erst wanderten wir auf dem Meraner Höhenweg (man stelle sich die irritierten Blicke der „Jack Wolfskin Fraktion“ vor, als sie uns da in unseren Strandoutfits sahen), es ging rein nach Meran, weiter an den Busbahnhof und als wir herausgefunden hatten, welcher Bus nach Riffian fährt, konnten wir seine Rücklichter bewundern. Also saßen wir da in der Hitze an der Bushaltestelle, unsere Kommunikation beschränkte sich auf das gegenseitige Reichen einer Flasche Wasser und im Nachhinein könnte ich mich über die Situation totlachen (in dem Moment selber war es nicht wirklich witzig).
Irgendwann (so nach 4,5 Stunden) kamen wir in Riffian an und fuhren mit dem Auto die 15 Minuten (!!!) zurück nach Algund.

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Bevor ich jetzt zum Anfang meines Tatsachenberichtes komme, bekommt Ihr aber noch meine Tipps.
Wenn Ihr in Meran seid und Lust auf Burger habt, dann müsst Ihr ins Riffl nach Riffian. Was wie ein stinknormaler Imbiss aussieht ist ein geniales Street Food Restaurant, in dem der Besitzer Jonas, der schon in vielen gehobenen Hotels als Küchenchef gearbeitet und den es wieder in die Heimat verschlagen hat, seine Gäste mit dem Burger der Woche (bei uns gab es den Südtirol Burger mit Vinschgauer und Speck) und anderen tollen Gerichten verwöhnt.

Wandern kann man in der Region um Meran auch großartig. Nachdem wir nur zwei Nächte dort waren, haben wir nur eine Tour gemacht, die aber richtig toll war.
Von Algund ging es erst mit dem Sessellift und dann mit einer Korb-Seilbahn auf die Leiteralm, von wo die Wanderung startet. Von der Alm wandert man bis zur Taufenscharte und weiter über den Hochmuth an herrlichen Bergseen vorbei bis zur Hochgangscharte, von der es steil (!!!) wieder runter geht. Das ganze ist nicht unanstrengend, aber lohnt sich echt.

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Wie versprochen kommen wir jetzt wieder zum „Abend danach“.
Als ich da wie ein Fragezeichen (Ihr erinnert Euch, die Bedingungen waren „Kohlenhydrate“ und „Salz“) vor der Karte saß, empfahl mir einer unserer Freunde Bucatini all’Amatriciana. „Buca-was?“ dachte ich mir erst, aber als die Pasta dann vor mir stand und ich die erste Gabel gegessen hatte, war ich im Himmel. Eigentlich ist nur Tomatensauce, Speck und Pecorino drin, aber die kohlenhydratige-salzige Kombi ist echt der absolute Hammer (auch wenn man nicht verkatert ist).

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Und weil die liebe Ina von whatinaloves für ihre „Let’s cook together“-Aktion im September zu dem Motto „Aus einem Topf“ eingeladen hat, habe ich die Pasta gleich mal nachgemacht. Zugegeben nicht in der One-Pot-Variante, weil ich nicht wusste, wie viel Wasser ich für die Bucatini (= lange Macaroni) brauche (aber man mischt alles in einem Topf, also nur halb geschummelt…). Wenn man Spaghetti nimmt, würde ich 300 ml Wasser und die Tomatensauce aufkochen, bevor die Spaghetti dazu gegeben werden (vorher im Topf Zwiebel, Knoblauch und Speck andünsten nicht vergessen!). HIER findet Ihr übrigens ganz viele weitere „Aus einem Topf“ Gerichte.

So, und damit sind wir schon am Ende meiner Urlaubsberichte 2015. Schön, dass Ihr mit dabei wart!

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BFF HigL

Bucatini all' Amatriciana
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Zutaten
Portionen
Zubereitung
  1. Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und in feine Würfel schneiden. Die Chilischoten zerbröseln. Den Speck in Würfel schneiden.
  2. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Den Speck darin unter gelegentlichen rühren einige Minuten anbraten. Zwiebel, Knoblauch und Chili hinzufügen und kurz mitdünsten. Die Tomatensauce dazugeben und mindestens 20 Minuten einkochen lassen.
  3. Bucatini nach Packungsanweisung in reichlich kochendem Salzwasser bissfest kochen.
  4. Pecorino reiben. Die Bucatini in der Pfanne mit der Sauce vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Hälfte des Pecorinos unterheben. Den restlichen Käse separat zu den Nudeln servieren.
www.haseimglueck.de

10 thoughts on “Bucatini all‘ Amatriciana

  1. Liebe Sandra,
    deine halb geschummelte OnePotPasta sieht köstlich aus! Die mach ich mir auch wenn ich das nächste Mal Kohlenhydrate und Salz brauche! Übrigens klingt es so als wäre eure Party spannender gewesen als jede 3000m Wanderung – bis auf das Auto holen vielleicht.. 😀
    Liebe Grüße
    Alexa

    • Hallo Alexa,
      danke, dass Du mir das „Halbschummeln“ nachsiehst, aber das Thema hat so gut zu meinen Urlaubsberichten gepasst, da musste ich die Gelegenheit ergreifen 🙂 Also die Party konnte es durchaus mit der ein oder anderen Wanderung aufnehmen – quasi „Kater“ statt „Muskelkater“ 😀
      Liebe Grüße zurück sendet Dir,
      Sandra

    • Hallo Hope,
      🙂 also wenn die Pasta dich nicht augenblicklich nach Italien versetzt, dann weiss ich auch nicht mehr weiter! Die Bucatini sind hier etwas schwer zu finden (ich habe sie mir noch im letzten italienischen Supermarkt vorm Brenner geholt), aber mit Spaghetti geht das bestimmt auch super gut.
      Viel Spass beim Pasta-Kochen,
      Salute von Sandra

    • Huhu Krisi!
      Vielen Dank – es war schon eine kleine Herausforderung, die Pasta erstmal zu fotografieren und sie erst danach zu essen… ich hätte mich sofort da reinlegen können 😀 😀
      Liebste Grüße aus München sendet Dir,
      Sandra

  2. Sandraaa, servus! 🙂
    Bin voll spät dran mit meinem Kommentar. Aber besser spät als nie 😉 Hach, ich finde es mal wieder herrlich, was und wie du schreibst. Du bist immer so grundauf ehrlich. I love it! Ich mein, es soll vorkommen, dass man mal einen Kater hat, nicht wahr? Alles andere wäre ja gelogen. Und ja, da kann das Schuheschnüren schon mal zur Mammutaufgabe werden. Birkenstocks sind eine mehr als clevere Lösung! Ich merke mir das 😉
    Meine Liebe, was für tolle Fotos! Ich war noch nie in Meran oder drum herum. Hab ich wohl echt was verpasst. Um so mehr freut es mich, dass ich auf meinen liebsten Foodblogs noch Reisetipps bekomme. Genial! Und die Pasta: oberköstlich. Könnte ich mich reinlegen. Sofort. Kopf voran! 😀
    Hab noch einen schönen Tag!
    Liebste Grüße
    Katja

    • Servuuuuuus Katja,
      hach, ich freu mich doch immer über Kommentare – egal wann und wie (naja, Hauptsache nett 🙂 ) und außerdem bin ich ja im Moment auch nicht „the most responsive Person“… doofes Blogtief…
      Beim Schreiben des Beitrags habe ich mich kurz mal in die Ecke vor Lachen geschmissen. Mein Mann fährt IMMER mit dem Auto – auch wenn es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln viel schneller und günstiger geht. Und was ist? Wir hocken verkatert in Meran an einer Busstation und warten auf den Bus, der uns ins nächste Dorf bringt 🙂
      Und so ein bisschen Herbstwandern in Südtirol wäre doch was, oder? Wobei man das bei dir im Odenwald bestimmt auch super machen kann. Aber so leckere Pasta bekommst du hier nicht – da kommst du an Italien nicht vorbei 😉
      Ich grüße dich ganz lieb aus dem voroktoberfestlichen München,
      Sandra

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