Hase im Glück

Clafoutis mit Kirschen

Von Düften und Gerüchen im Sommer … oder
… meine Nase ist im positiven Dauerstress //

haseimglueck.de Rezept, Clafoutis mit Kirschen 1

Der Sommer ist meine absolute „Riech-Jahreszeit“. Während der Herbst meine „Seh-Jahreszeit“ (ich liebe das Licht im Spätsommer), der Winter meine „Fühl-Jahreszeit“ (bei den derzeitigen Temperaturen zwar schwer vorstellbar, aber in der kalten Jahreszeit eine Wärmflasche an den Füßen – grandios!) und der Frühling meine „Schmeck-Jahreszeit“ (Spargel, Erdbeeren, Rhabarber und und und!) sind, ist im Sommer vor allem mein Sinnesorgan „Nase“ in action. Nach dem Heuschnupfen im Frühling ist sie quasi wie neu geboren und im positiven Dauerstress.

So lässt mich der Duft von an der Luft (und sogar noch besser: in der Sonne) getrockneter Bettwäsche auch bei über 25 Grad Innentemperatur tiefer in die Bettdecke kuscheln und an Sommerwiesen denken.
Der Duft von Quark mit frischen Beeren lässt mich mit geschlossenen Augen am Schüsselchen riechen, bevor ich den Löffel reinstecke (was bestimmt total bescheuert aussieht, mir aber egal ist).

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Der Duft von Sonnencreme lässt mich wie eine 8-Jährige im Adria-Urlaub fühlen, nicht zu vergessen inklusive dem Sonnencreme-Sand-Mix auf der Haut, der beim Abschrubben so fies weh getan hat. Der Duft von Autan lässt mich für eine kurze Zeit überlegen fühlen – bis die Mücke wieder zurück ist und hinterlistig die Stellen findet, an die man nicht ran gekommen ist. Der Duft von Tigerbalsam auf den Mückenstichen lässt mich an eine Begebenheit auf Sansibar denken (findet Ihr HIER) und bringt mich zum lachen.
Der Duft im Besprechungsraum eines Gebäudes ohne Klimaanlage nach einem fünf Stunden Meeting – unbeschreiblich, geht nur im Sommer. Und würde ich so eigentlich nicht als Duft sondern als Geruch bezeichnen.
Der Brezenduft, der aus den Bäckereien, an welchen ich morgens vorbei gehe, strömt, ist im Sommer noch intensiver als sonst und somit startet der Kampf gegen die Kohlenhydrate bereits vor 8 Uhr (ich verliere ihn recht oft, weil ich im Sommer wegen der Wärme Abends nicht viel essen kann und demnach in der Früh halb wahnsinnig vor Hunger bin).

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Der intensive Duft von Trüffeln auf dem Markt im Sommer: ich mache die Augen zu und sehe mich in einem Restaurant in der Toskana sitzen, mit einer großen Portion Spaghetti und frisch gehobelten Trüffel Spänen vor mir.
Kerzen riechen auch anders im Sommer. Und Chlor. Benutze ich im Sommer das Chlor-Spray im Bad (ja, im Altbau hilft manchmal nur die Keule), denke ich an das Freibad das wir in unseren Sommerferien täglich frequentiert hatten (und in dem wir es besonders näckisch fanden, uns gegenseitig vom Beckenrand ins Wasser zu schupsen und dabei zu kreischen – ist mir 30 Jahre später irgendwie peinlich…).
Der Duft von frisch gemähten Wiesen, von Kuhfladen auf Wanderwegen, von einem Raum, der mit Holz ausgekleidet ist, von Schorle mit selbst gemachten Holundersaft – in keiner Jahreszeit riechen diese Dinge so intensiv wie im Sommer.

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Tja, und nicht zu vergessen das frische Obst, das in der Küche liegt. Während Erdbeeren den Sommer eingeläutet haben, sind Kirschen das absolute Sommerobst für mich. Früher hat meine Mutter sehr häufig für uns Pfannkuchen mit Kirschen gemacht und wir haben es geliebt.
Kirsch-Pfannkuchen sind tatsächlich sehr eng mit meiner Kindheit verknüpft: Erst das Chlor und die Sonnencreme vom Freibad abduschen, die Haare mit Timotei wieder kämmbar machen, ab in die von der Balkon-Sonne getrockneten Schlafsachen, rauf aufs Sofa und einen Kirsch Pfannkuchen in die Hand. Herrlich! Und wenn wir dann auch noch einen Kirschstein im Pfannkuchen gefunden hatten, war das freudige Gekreische groß.

Da ich ja mit meinem Pfannen etwas auf Kriegsfuß stehe, wenn ich etwas für den Blog koche (es funktioniert immer Eierkuchen, außer ich will ihn fotografieren), habe ich mich für „Pfannkuchen aus dem Schüsselchen“ entschieden. Nennt man auch „Clafoutis“. Das klassischste Clafoutis ist das Clafoutis aux cerises, also mit Kirschen. Und weil Kirschen in diesem Monat das Thema bei der „Ich backs mir“ Aktion von Claras Blog tastesheriff sind, bringe ich ihr und den anderen fleißigen Kirschenbäcker(inne)n meine Schüsselchen vorbei. HIER findet Ihr übrigens die komplette Kirschen-Sammlung.

haseimglueck.de Rezept, Clafoutis mit Kirschen 8

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Clafoutis mit Kirschen
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Zutaten
Portionen
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 200 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen.
  2. Die Kirschen waschen und entsteinen.
  3. Die Eier mit dem Handrührgerät eine Minute auf der höchsten Stufe verquirlen. Den Zucker und das Salz dazu geben und noch einmal kräftig verrühren. Das Mehl auf das Eier-Zucker-Gemisch sieben und gut unterrühren. Am Schluss die Milch den Tonkabohnen-Abrieb und die Kirschen hinzufügen und alles gut verrühren.
  4. Die Auflaufförmchen fetten, die Pfannkuchenmasse einfüllen und im vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten backen.
  5. Nachdem die Clafoutis abgekühlt sind, etwas Puderzucker drüber sieben.
www.haseimglueck.de

 

22 thoughts on “Clafoutis mit Kirschen

    • Hi Jenny,
      frag mal… ich hatte das Rezept ja diese Woche schon vorbereitet und habe dementsprechend unmotiviert heute Früh in mein Käsebrot gebissen… 🙂 Aber ich kann sagen: als Abendessen machen sich die Clafoutis auch ganz gut 😉
      Ganz ganz liebe Grüße sendet Dir,
      Sandra

  1. Meine liebe,
    für mich ist Sommer auch absolut die Riech-Jahreszeit. Ich liebe es, morgens aus dem Haus zu gehen und den Sommer schon zu schnuppern, am Geruch zu merken, dass der Tag schön wird.
    Hihi, und gegenseitig ins Schwimmbecken schubsen… ja so haben wir auch völlig unbeholfen Kontakt mit dem anderen Geschlecht aufgenommen. Jaaaa, irgendwie peinlich 🙂
    So, und nun hätte ich gerne einen von deinen Clafoutis zum Frühstück! Schon wieder wahndinnig toll in Szene gesetzt – du hast immer so ein Händchen dafür!!! Einfach nur bewundernswert <3
    Wünsche dir noch einen wunderschönen Sonntag und drück dich :-*
    Kimi

    • Hi Kimi,
      stimmt: wenn die Luft noch frisch ist und verspricht, dass sie noch warm wird – das finde ich auch immer total toll am Sommer.
      Ich war am Anfang überhaupt nicht glücklich mit meinen Clafoutis (ich sag nur „blaue Stunde“), aber als ich sie dann etwas frustriert weggegessen hatte, stand fest, dass die Dinger auf den Blog MÜSSEN 🙂
      So, jetzt wird die Sonnencreme aufgefrischt und es geht nach draussen!
      Allerliebste Grüße sendet Dir
      Sandra

  2. Zum Sommerbeginn gibt es wirklich keinen schöneren Geruch, als wenn uns das erste Mal der Geruch von Sonnencreme in die Nase steigt. DAS nenne ich Glück. Die Sonnencreme-Sand-Mixtur dafür eher weniger 😉
    Aber deine köstlichen Clafoutis, davon würd ich mir wohl gerne ein Schüsselchen gönnen. Oder zwei hihi Die Bilder sehen wirklich herrlich aus, meine Liebe <3
    Hab die allerschönsten Sommertage und liebste Grüße, Mia

    • Servus Mia,
      ja, Sonnencreme-Geruch ist schon was ganz besonderes. Wie Apres Sun Milch – habe ich ewig nicht mehr gekauft, aber die riecht auch so toll nach Sommer. Jetzt hoffe ich, dass das Wetter noch einige Wochen so schön bleibt (so unter uns beiden „Gern-Übers-Wetter-Red-Ladys“) und wir noch ganz häufig in den Genuss unserer Lieblings-Sommerdüfte kommen.
      Viele sommerliche Grüße sendet Dir,
      Sandra

  3. Liebe Sandra
    Da hatten wir diesen Monat wohl die gleiche Idee :-). Wie schön du all die Düfte beschrieben hast. Du hast vollkommen recht, mit Gerüchen oder Düften kann man so viel verbinden und es werden Erinnerungen wach. Ich fühle mich jeweils auch wie im Urlaub, wenn ich Tahiti Öl rieche, das meine Mama früher immer verwendet hat. Herrlich.
    Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich dir.
    Alles Liebe,
    Corinne

    • Hi Corinne,
      ich hatte ja mit noch viel mehr Clafoutis Varianten gerechnet 🙂 Irgendwie schreien Kirschen nach einem Pfannkuchenteig! Und deine sehen auch absolut traumhaft aus!
      An das Öl kann ich mich auch noch erinnern – das war in einer braunen Flasche mit einer schwarzen Palme und meine Mutter hat wie eine wandelnde Kokosnuss gerochen 🙂 🙂 🙂
      Ich wünsche Dir auch ein schönes Restwochenende!
      Sommerliche Grüße sendet Dir,
      Sandra

    • Hallo Sivia,
      danke <3 ! Ich muss ja zugeben, dass das meine allerersten Clafoutis waren und ab jetzt klassische Pfannkuchen Vergangenheit sind und stattdessen der Teig aus den Förmchen gelöffelt wird 🙂
      Ich wünsche Dir einen wundervollen Sonntag,
      Sandra

    • Hallo Nadine,
      vielen vielen Dank Dir!
      Oft sind es echt die einfachen Dinge, die sich so schön fotografieren lassen und so lecker schmecken.
      Liebste Grüße zurück sendet Dir,
      Sandra

  4. Kirschpfannkuchen sind für mich auch eine reinste Kindheitserinnerung. Genauso wie Apfelpfannkuchen. Schon als Kind habe ich am liebsten Süßes gegessen und hätte mich nur von Kuchen, Torte und Obst ernähren können. Immer wenn Mama gefragt hat, was sie nach der Schule kochen soll, lautete meine Antwort „Pfannkuchen!“. Und auch Oma hat die besten Pfannkuchen gemacht, weil einfach haufenweise gute Butter drin war. Herrlich 🙂
    Deine Clafoutis lösen bei mir gerade reinsten Heißhunger auf Mamas oder Omas Pfannkuchen aus. Selbst gemacht ist einfach nicht das selbe!
    Viele Grüße zu dir,
    Jana

    • Hallo Jana,
      genauso war es bei mir: im Sommer gab es Pfannkuchen mit Kirschen, im Winter dann mit Äpfeln und einer kleinen Prise Zimt. Herrlich, oder? Da möchte man fast wieder Kind sein und sich im rosa Frottee Schlafanzug aufs Sofa kuscheln 🙂 .
      Ich finde auch, dass Pfannkuchen nicht gleich Pfannkuchen sind – irgendwie scheint da jede Mutter/ Oma ihr Spezialrezept zu haben. Ich glaube sogar, dass meine Mutter immer noch einen Schuss kohlensäurehaltiges Mineralwasser in den Teig getan hat – da muss ich sie direkt bei der nächsten Gelegenheit mal nach fragen 😉
      Liebste Grüße zurück sendet Dir,
      Sandra

  5. Ach Sandra, wie schön Du diesen Post wieder geschrieben hast! Ich bin auch ein absoluter „Nasenmensch“ und konnte mich in Deinen Beschreibungen absolut wieder finden. Ich wollte schon immer mal Clafoutis ausprobieren…danke für dieses wunderbare Rezept – jetzt ist´s wohl endlich mal Zeit sie auszuprobieren! Ganz liebe Grüße von Sarah

    • Huhu Sarah,
      ich fühle mich ja schon fast schlecht, dass Du, die diesen absolut wundervollen Buttermilch-Kirsch-Kuchen mit Mandelkruste kreiert hast, meine „ich rühr-mal-kurz-nen-Teig-zusammen-und-schmeiss-alles-in-Förmchen-in-den-Backofen“ Clafoutis mit Lob versiehst 🙂 Danke dir!!!
      Ehrlich, die sind soooo easy – ich hoffe, sie schmecken dir so gut wie mir!
      Liebe Grüße sendet Dir,
      Sandra

  6. Hach liebe Sandra,
    eigentlich wollte ich mir deine Kirsch-Pfannkuchen nur noch einmal in groß und aus verschiedenen Perspektiven anschauen. Aber du hast mir gerade total meine Mittagspause versüßt.
    So ein schöner Text! Du hast mich quasi vom Schwimmbad mit auf den Markt in die Bäckerei und zum krönenden Abschluss mit ins frisch gelüftete Bettzeug genommen – sooo schön!
    Ich wünsche dir einen ganz tollen Tag liebe Grüße
    Carina

  7. Servus liebe Sandra 🙂
    aaaah und ooooh…. ist das schön! So schön anzusehen und so schön zu lesen! Ich bin auch ein absoluter Geruchsmensch, was ja manchmal die reine Qual sein kann… jaja, Sommer in der Straßenbahn, Fenster zu, olé! 😉 Aber deine Geruchsbeschreibungen rufen unwillkürlich so wunderschöne Bilder im Kopf hervor. Ein Traum! Schön finde ich auch, dass Du es dir nicht nehmen lässt, neben Obst und frischer Bettwäsche auch Autan und Chlor ihren jeweils sehr wichtigen Platz im Geruchssommer einzuräumen! Fabelhaft!! 😀 Und diese Kirschdingerleinchen sind ein Träumsche, meine Liebe! So lecker. Und hübsche Fotos, wie immer! I love!!
    Liebste Sandra, hab einen wunderbaren Tag!
    Katja

  8. Haha – Kirschpfannkuchen – noch nie gegessen – aber ich überlege gerade ernsthaft die zum Frühstück zu machen! Das wär doch was!!
    So ganz ohne Foto und ganz ohne Kriegsfuss mit der Pfanne – denn genau das Problem hab ich auch! Ich brauch vermutlich eine neue BLOG-Pfanne 😉
    Liebste Grüsse an Dich und schön das Du mit dabei bist
    Claretti

    • Hallo Clara,
      das mit der Blog-Pfanne wäre echt mal ne Idee 🙂 Boah, was ich schon verzweifelt bin… Alles ist fertig, es sollen nur noch die Pilze dekorativ auf einem Eierkuchen gebettet werden und was ist? Es gibt Rührei, weil die Pfanne das macht, was sie will… da lobe ich mir doch diese Clafoutis 🙂
      Vielen Dank für das grandiose Motto! ich freue mich schon auf den 26.08.!
      Liebste Grüße,
      Sandra

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