Hase im Glück

Hähnchen à la Ottolenghi mit Zitrone, Sumach & Za’atar

Von berstenden Küchenschränken … oder
… doch noch Platz für zwei neue Gewürze gefunden //

Ottolenghi I Hähnchen mit Zitronen, Sumac & Za’atar I Chicken with Lemons, Sumac & Za’atar I haseimglueck.de
Vor kurzem habe ich mich mal wieder in die Untiefen meiner Küchenschränke gestürzt. Joa, ich sag mal so: es wurde Zeit, Ordnung in das Chaos zu bringen (oder anders ausgedrückt: wenn einem etliche Verpackungen beim Öffnen des Schrankes entgegen kommen, sollte man lieber ausmisten, bevor man beim nächsten Mal von seinen eigenen Vorräten erschlagen wird). Insgesamt zählte ich sechs angebrochene Mehlverpackungen (man bedenke, unterschiedliche Mehlsorten!), eine riesige Tüte mit Haselnüssen (ganz, gehackt, pulverisiert), Walnüssen (ganz, gehackt, pulverisiert), Mandeln (ganz, gehackt, gehobelt, pulverisiert) und Kokos (nur in geschredderter Form) und auch meine Gewürzschublade machte einen „etwas“ unsortierten Eindruck. Ich packte also alles, was weg muss, auf einen Haufen, nahm mir vor, in nächster Zeit einfach wieder mehr Brot zu backen (Mehl-Abbau), ehrliche Rührkuchen in den Backofen zu schieben (rein an Nüssen und Mandeln, was geht) und nie nie wieder Gewürze zu kaufen.

Ottolenghi I Hähnchen mit Zitronen, Sumac & Za’atar I Chicken with Lemons, Sumac & Za’atar I haseimglueck.de

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Das war vor zwei Wochen. Der aktuelle Stand der Dinge lautet nun: Brote wurden gebacken – Mehlvorrat ist übersichtlicher geworden *tick*. Rührkuchen wurde ebenfalls gebacken – kommt Ende der Woche hier auf den Blog *tick*. Gewürze wurden noch weiter aufgestockt… kein Abbau in Sicht… die Anzahl von Döschen und Tütchen in meinem Gewürzfach nimmt mittlerweile ein beängstigendes Ausmaß an… Hilfe!

Schuld daran, dass weitere Gewürze ins Regal reingequetscht wurden, war der gute Yotam Ottolenghi. Wie die meisten von Euch ja wissen, bin ich ein großer Fan von diesem Koch und ich bin nach wie vor aus dem Häuschen, dass ich in diesem Jahr tatsächlich in seinem Retsaurant NOPI in London zu Mittag gegessen habe (hatte ich Euch HIER von berichtet).
Tja, und da will man einfach mal wieder ein Hähnchen auf den Tisch bringen, stöbert sich durch seine Kochbücher, bleibt selbstverständlich bei O wie Ottolenghi hängen, entdeckt ein Hähnchenrezept und muss feststellen, dass man trotz brechend vollem Gewürzfach kein Sumach und auch kein Za’atar im Haus hat… geht ja mal gar nicht.

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Da ich den Herr Schuhbeck irgendwie total unsympathisch finde (darf man das als Foodblogger hier so sagen??? Ach, egal, ich finde ihn unsympathisch, basta!) habe ich geschaut, wo man sonst noch in München Gewürze kaufen kann und bin auf den Laden Gewürze der Welt gestoßen. Der Shop vertreibt Gewürze über das Internet und man findet ihn auch als stationären Laden in der Münchner Innenstadt. Ich habe mich in dem kleinen Lädchen sofort wohl gefühlt und hätte aus dem Stand heraus ALLE Gewürze kaufen können (wenn da nicht die ohnehin überquelenden Schublade wäre). Außerdem bietet die Besitzern in Ihrem Laden in unterschiedlichen Abständen Gewürz-Workshops an (ich habe gleich mal den Mann und mich für Anfang Juli angemeldet und werde bestimmt noch von berichten).

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Bei Sumach handelt es sich übrigens um ein Gewürz, das aus der getrockneten roten Sumach-Beere gewonnen wird. Während das Gewürz im östlichen Mittelmeerraum häufig in der Küche verwendet wird, kennt man es bei uns so gut wie gar nicht. Der Geschmack von Sumach ist säuerlich-herb und ein klein wenig fruchtig – wenn man es nicht besser weiß, denkt man, dass da ein bisschen Zitronenabrieb drin ist.
In der Türkei wird Sumach vermischt mit Salz häufig zum Würzen gereicht (laut Internet, der Mann konnte das nicht bestätigen) und findet vor allem seinen Einsatz in Eintöpfen (wenn wir das nächste Mal bei Oma-C. in der Türkei sind, muss ich da auf alle Fälle mal nachfragen). Ich finde, dass das Gewürz eine echte Entdeckung ist!

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Und wenn ich schon was zu Sumach sage, dann soll (der/ die/ das?) Za’atar auch nicht zu kurz kommen. Za’atar besteht in seiner ursprünglichen Form aus wildem Thymian, ist aber bei uns eher als Gewürzmischung erhältlich. Neben Thymian enthält die von mir gekaufte Mischung Sesamsaat, Sumach und etwas Oregano. In seinem Kochbuch „Jerusalem“ beschreibt Ottolenghi Za’atar als einen Geruch, „der es an Symbolträchtigkeit mit der Jerusalemer Altstadt aufnehmen kann und der etwas von der Seele dieser alten Stadt in den Judäischen Bergen in sich trägt.“
Interessant ist auch, dass Za’atar unter anderem zu dem angespannten Verhältnis zwischen Arabern und Juden beigetragen hat: da die Bestände des wilden Thymians immer mehr zurück gingen, hatte Israel verboten, das Kraut in der Natur zu pflücken. Das fanden die Araber nicht lustig – sie sahen sich durch das Verbot einen bewussten Angriff auf ihre Gewohnheiten.

Bevor ich Euch jetzt auch noch was über Hähnchen erzähle, komme ich zu dem Rezept: es ist soooo lecker! Man kann statt Spargel auch Reis oder anderes Gemüse dazu reichen – die Marinade ist ein absoluter Traum!
(Rezept aus Yotam Ottolenghi: Das Kochbuch und ein bisschen verändert)

Hähnchen à la Ottolenghi mit Zitrone, Sumach & Za'atar
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Zutaten
Portionen
Zubereitung
Marinade - am Vortag
  1. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen abziehen und in dünne Scheiben schneiden. Die Zitronen heiß abwaschen und in dünne Scheiben schneiden. Die Hähnchenkeulen kalt abbrausen und mit Küchenpapier trocken tupfen.
  2. In einer Schüssel das Olivenöl mit dem Hühnerfond, dem Piment, Zimt, Sumach, Salz und Pfeffer zu einer Marinade vermischen. Dann die Zwiebel-, Knoblauch- und Zitronenscheiben in die Marinade geben.
  3. Die Hähnchenkeulen in der Marinade einlegen und – am besten über Nacht – zugedeckt in den Kühlschrank stellen.
Geröstete Hähnchenkeulen
  1. Am nächsten Tag den Backofen auf 200 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen.
  2. Die Hähnchenkeulen mit der Marinade in eine Auflaufform geben, sodass die Hautseite nach oben schaut. Die Hähnchen mit Za’tar bestreuen und ca. 40 Minuten im Backofen garen. Ggfs. am Schluss mit Hilfe der Grillfunktion kross backen.
  3. Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne goldbraun anrösten. Die Petersilie waschen, trocken schütteln, die Blätter von den Stielen zupfen und klein hacken.
  4. Hähnchenkeulen mit der Marinade auf die Teller verteilen, mit den Pinienkernen und der Petersilie bestreuen und mit Reis, Kartoffeln, Fladenbrot, Gemüse oder gewürztem Joghurt servieren.
www.haseimglueck.de

2 thoughts on “Hähnchen à la Ottolenghi mit Zitrone, Sumach & Za’atar

  1. Ich habe es schon fast auf der Zunge… Za’atar, Pinienkerne und Zitrone. eine unschlagbare Kombination. Und so eine entzückende Gratinform…
    schönes Wochenende,
    Claudia

    • 😉 Hallo Claudia!
      Da hätte ich 1.000 € drauf wetten können, dass Du auch Za’atar im Schrank hast – ich habe mich auch in den Geschmack und das leicht crunchige verliebt. Gestern habe ich einfach Aubergienen-Scheiben mit Olivenöl und Za’atar eingerieben und in die heiße Pfanne gehauen – man braucht nicht viel, um tolle Geschmäcker auf der Zunge zu haben!
      Die Gratinform hatte ich mal auf einer Rudelkoch-Bloggersause gewonnen und seitdem lagern in ihr Äpfel, Tomaten, sie dient als Schale für die Basilikumtöpfchen usw usf – irgendwie macht sie eine gute Stimmung 😉
      Ich grüße Dich auch ganz ganz lieb!
      Sandra

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