Hase im Glück

Hochzeit in der Toskana – Teil 2

Es wird immer ernster … oder
… der Papierkram, das Catering, die Weinauswahl, die Blumen und der „Tag davor“ //

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So, nun zu Teil 2 (Teil 1 findest du HIER). Bevor ich anfange, möchte ich euch noch folgendes sagen: die Hochzeit alles in allem hat unwesentlich mehr gekostet, als hätten wir mit 120 Leuten eine schöne Location mit gutem Essen in Düsseldorf gemietet. Es war unsere bewusste Entscheidung, mit einer „kleineren Gruppe“ (immerhin waren wir fast 60 Personen) in der Toskana zu feiern – das muss jedes Paar für sich selbst abwägen. Auch haben wir nicht tage- und nächtelang an der Organisation gesessen. Der Mann ist ja selbstständig und recht gut ausgelastet und ich habe während der Hochzeitsvorbereitungen als Marketingleiterin meine 60+-Stunden-Wochen gehabt. Ich sag mal so: Excel und miteinander reden ist alles, dann klappt das reibungslos (und manchmal dann halt auch auf den letzten Drücker – aber das Ergebnis zählt ja).
Jetzt aber wirklich zu Teil 2. Das Date war gesaved, die Location und die Unterkünfte gebucht, die Einladungen versendet, das Kleid ausgesucht und Projekt Oberarm lief. Was wir jetzt brauchten waren die Papiere und selbstverständlich leckeres Essen und Trinken.

Der Papierkram
Am besten ist es, wenn man erstmal zu dem Standesamt in seiner Stadt geht. Dort bekommt man eine Liste mit den Dokumenten, die für eine Hochzeit im Ausland notwenig sind. Bei uns waren das (und alles lässt sich problemlos anfordern):
– eine beglaubtigte Abschrift aus dem Geburtenregister
– ein mehrsprachiger Auszug aus dem Geburtenregister
– Kopien von den Personalausweisen (Brautpaar – später dann für Vorort auch von Trauzeugen, Übersetzer)
– Passfotos

Das Standesamt händigt einem dann ein Dokument aus, das man bei dem Standesamt im Ausland abgeben muss. Alles weitere wird dann über die Botschaft geregelt. Da wir keine kirchliche Trauung hatten, reduzierte sich die Organisation der offiziellen Hochzeit bei uns auf das Standesamt.
Der Mann hatte unsere Papiere ein paar Wochen vor der Hochzeit in San Quirico abgegeben, den Betrag für die Eheschließung an die Gemeinde San Quirico überwiesen und viel konnten wir nicht mehr tun.

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Ein Tipp: die Leute im Standesamt in San Quirico sind nicht wirklich englisch-sicher. Wenn man sich vorher ankündigt, wird die Touristen-Information geschlossen und das nette Mädchen, das sonst Touristen Auskünfte gibt, als Übersetzerin eingesetzt. Hat hervorragend geklappt.
Noch eine Info: bei einer Eheschließung in Italien behält die Frau automatisch ihren Mädchennamen – das muss man dann nach der Hochzeit zuhause regeln. In dem Zusammenhang haben wir uns durch das Standesamt Düsseldorf auch noch mal unsere Ehe Beurkunden lassen – das macht es in Zukunft einfacher, wenn wir mal was vom Amt brauchen sollten.

Das Catering
Patricia von der Poggiolo hatte uns einen grandiosen Tipp für das Catering gegeben: Albatros Catering, ein Catering-Unternehmen, das zum B&B/ Restaurant Podere Pendolino in Monte San Savino bei Arezzo gehört . Betrieben wird das Albertros Catering von Claudio, der wirklich super nett ist (Kontakt: info@albatrosristorazione.it). Ich nehme es mal vorweg: das Catering war der Hammer!
Um die Sprachbarriere etwas zu umgehen, hat Claudio Valentina mit hinzugezogen. Valentina spricht sehr gutes Englisch und hat mittlerweile eine eigene Wedding-Planer-Agentur. Wer also nicht alles selbst organisieren möchte, sollte mal auf Valentinas Webseite Wedding-Italia klicken, sie ist ein Schatz .
Wir bekamen also von Claudio ein 7-seitiges (!!!) Fax mit allem, was sie servieren können. Ich kann mich noch erinnern: es war Juni, der Mann und ich saßen mit einem Aperol Spritz auf dem Balkon und wir googelten, was sich hinter den Speisen verbirgt – es war ein Spaß!

Im Catering inbegriffen war folgendes:
Aperitivo als Buffet aufgebaut
Das, was Albatros da zum Aperitivo aufgebaut hat, hat bei Weitem alle Vorstellungen übertroffen. Neben allen möglichen Bruschetta-Variationen, wurden Käse-Häppchen angeboten, gebratetenes Gemüse, Schinken-ummantelte Grissini und und und. Das Highlight war ein Mitarbeiter von Albatros, der den Gästen von einer Schinkenkeule hauchzarte Scheiben frisch abschnitt. Alles war wunderschön angerichtet und die Tische bogen sich fast unter dem Angebot. Dazu gab es eine „Bowle“ – beim Verfassen des Berichtes und der Recherche habe ich erst gesehen, dass es ein Cocktail aus Prossecco, Martini, Campari und Aperol war. Sowas von lecker!

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Dann hatten wir uns die folgende Speisenfolge ausgesucht:
Antipasto: Percorino-Hörnchen, gefüllt mit Babytomaten, Büffelmozarella und Trüffel
Primo: Steinpilzrisotto mit Safran und Trüffeln UND (!!!) danach Tortellini, gefüllt mit Spinat und Ricotta, Artischocken und Nüsse
Secondo: Kalbsmedaillons mit einer Brunello di Montalcino Sauce, dazu in Olivenöl eingelegte rote Zwiebeln aus Tropea // Veggie: Spieße mit gegrilltem Saisongemüse, dazu Kräuterpesto // Beilagen: Geröstete Kartoffeln mit Rosmarin und Ofengemüse // Für die Kinder: Spaghetti mit Tomatensauce
Nachspeisen: Buffet mit Karamell-, Beeren-, Schokolade-Mousse; Zitronen-Küchlein; Tiramisu; Birnen in Wein mit Schokolade

Ich sag mal so: es wurden alle satt. Alles war super frisch, eine 1-A-Qualität und nicht zu vergessen der Service am Tisch, von dem man nicht mitbekam. Albertros-Catering können wir jedem empfehlen, der in der Toskana heiraten möchte.

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Jetzt hätte ich fast den Hochzeitskuchen vergessen… Am Tag vor der Hochzeit kamen Valentina und Claudio noch einmal in die Poggiolo, um sich anzusehen, wie sie die Feier logistisch lösen können. Es war schon Regen angesagt und deshalb beschlossen wir, die Feier nach innen zu verlegen. Während des Gesprächs hat Valentina mir auf ihre temperamentvolle italienische Art klar gemacht, wie super wichtig das Anschneiden der Hochzeitstorte in Italien ist. Valentina suchte in der Poggiolo einen besonderen Ort, wo das Spektakel statt finden sollte und wir trotteten brav hinter– das war so lustig. Der Kuchen an sich war dann eine Blätterteig-Millefoglie mit Früchten – lecker!

Die Weinauswahl
Bei einer Hochzeit in der Toskana mit einem unvergesslichen Menü durfte natürlich am Wein nicht gespart werden. Wir sind große Fans der Weine des Weinguts Poliziano, welches in Montepulciano liegt. Der Mann organisierte uns einen Termin dort (Kontakt: info@carlettipoliziano.com) und wir suchten für das Abendessen einen Vino Nobile di Montepulciano (rot) und einen Ambrae (weiß) aus. Zum Hauptgang wurde ein Brunello di Montalcino serviert – vom Weingut von Leonardos Schwager :-). Für die Feier nach dem Abendessen gab es raue Mengen vom Vino Rosso di Montepulciano. Alles hat perfekt miteinander harmoniert und unsere Gäste wie auch wir waren begeistert. Aber Wein ist ja eine sehr individuelle Sache und rund um San Qurico hat man mehr als ein Weingut, bei dem man Wein kaufen kann. Also: einfach mal eine Probiertour starten und testen.

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Der Brautstrauß
Ich schreibe hier jetzt extra einen Absatz darüber, weil ich ihn schlicht und ergreifend fast vergessen hätte… Zwei Tage vor der Hochzeit fiel es meiner lieben Trauzeugin ein: „Was machen wir eigentlich mit deinem Brautstrauss?“ Was ne Aufregung! Wir fetzten also ins Dörfchen, wo es tatsächlich einen Blumenladen gibt. Mit Händen und Füßen erklärten wir, dass wir tatsächlich für ÜBERMORGEN einen hübschen Brautstrauss brauchen. Die Mädels in dem Laden sind fast vom Glauben abgefallen. Am Ende kam am Hochzeitsmorgen die Chefin des Ladens mit wehenden Fahnen zu uns in die Poggiolo und lieferte einen wunderschönen Strauss mit weißen Rosen und ein für den Bräutigam passendes Gesteck für die Anzugjacke ab.

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Der „Tag davor“
Vorwegnehmend: eine Hochzeit im Ausland ist in vielerlei Hinsicht entspannend. Ab einem gewissen Zeitpunkt kann man nichts mehr machen. Für uns war das, als wir uns auf der Fahrt Richtung Toskana befanden und auf der A3 Köln passierten. Wenn wir dann doch etwas vergessen hatten, dann wars halt so. Wir sagten uns „let it flow“ und freuten uns.

Am Freitag reisten unsere Gäste dann zwischen 8 Uhr Morgens (die hart-gesotteten, die die Nacht durchgefahren waren) und 23 Uhr Nachts an (die, die die lange Fahrt mit einem 12-Wochen-altem Baby auf sich genommen hatten. Danke noch mal, dass ihr drei dabei wart!). Der Umweltbeutel mit den ganzen Zimmerschlüsseln wurde im Laufe des Tages immer leichter und es war so, wie wir es uns gewünscht hatten: alle waren entspannt und auf Urlaub gepolt. Die Gäste saßen gemütlich vor der Poggiolo, lernten sich kennen, Weinflaschen standen auf den Tischen und alles nahm seinen Lauf.

Was alles andere als selbstverständlich war, war das „Catering“ am Vorabend! Denn unsere lieben Freunde aus Südtirol hatten uns zur Hochzeit geschenkt, dass wir uns um nichts kümmern müssen und das war der Wahnsinn! Petra, Martin, Julia, Lea, Maxi, Olga, Christoph und Taissa – DANKE noch mal dafür, was ihr da gezaubert habt! In riesigen Töpfen wurde Chili für über 50 Personen gekocht und Antipasti zubereitet. Es war ein unvergesslicher „noch-unverheirateter“ Abend und ich finde einfach keine passenden Worte, die unsere Dankbarkeit auch nur ansatzweise gebührend ausdrücken können. Als der Mann und ich mal für einen kurzen Moment etwas abseits setzten und alles beobachteten, wussten wir, dass wir alles richtig gemacht hatten.

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Nichts desto trotz: um 23 Uhr spielten der Mann und ich dann die Spielverderber und brachen das Gelage ab. Ich glaube, wir wären sonst bis in die frühen Morgenstunden dort gesessen …

HIER kommst du zum dritten Teil und falls du nochmal zum Anfang möchtest

HIER kommt du zum ersten Teil


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2 thoughts on “Hochzeit in der Toskana – Teil 2

  1. Hallöchen,

    ich habe gerade zufällig deine tolle Seite gefunden und ich bin begeistert. Ich möchte mich 2016 auch freitheologisch in der Toskana trauen lassen. Als ich deine Aufschriebe und Bilder sah war ich baff. Genauso wünsche ich mir auch den schönsten Tag meines Lebens. Entspannt, gutes Essen, gutes Trinken und viel Party. Deine Bilder sind wahnsinnig authenthisch und stilvoll. Vielen Dank für dein Insiderwissen. Ich habe jeden deiner Sätze und Tipps aufgesogen.

    Viele Grüße aus Stuttgart

    Svenja

    • Ach Svenja,
      als ich gerade deinen Kommentar gelesen habe, hab ich echt eine Gänsehaut bekommen! Beim Verfassen der Beiträge hab ich mir immer gedacht „was wäre das schön, jemanden mit unserem tollen Tag zu inspirieren!“ Und jetzt schreibst du mir :-).
      Ich wuensche euch eine spannende Vorbereitungszeit – wenn du Fragen haben solltest, melde dich gerne jederzeit bei mir.
      Liebe Grüße aus München,
      Sandra

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