Hase im Glück

Linsen Dhal mit Ingwer Shrimps

Der Zusammenhang zwischen „Wetter“ und „guter Zeit“ … oder
… es kommt drauf an, was man daraus macht //

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Wenn ich eine sehr deutsche Eigenschaft nennen müsste, dann wäre es unter anderem die, dass wir Deutschen es lieben, uns über das Wetter zu unterhalten. Auch wenn es uns durchaus hier oder da an Leidenschaft fehlt – geht es ums Wetter, dann werden wir quasi zu Südeuropäern.
In diesem Zusammenhang denke ich gerade an eine Szene, die ich schon mehrmals im Urlaub in südlichen Ländern erlebt habe: eine vollbefahrene Straße, komplettes Chaos, zwei Autos kollidieren, die Fahrer steigen aus, schreien sich an, schimpfen, Drama. Dann steigt jeder wieder in sein Auto und sie fahren getrennt weiter.
So ist es in etwa bei uns und dem Wetter – wie aus dem Nichts rotten wir uns zusammen, schimpfen gemeinsam, fühlen uns besser und jeder geht dann wieder seines Weges. Ja, ich gebe es zu, auch ich liebe diese kurzen, spontanen, leidenschaftlichen „Wetter-Schimpf-Auszeiten“. Darüber hinaus bin ich sogar eine von denen, die Mails mit „viele Sonnen-Grüße aus München“ bzw. „regnerische Grüße aus München“ abschließt, um nu ja ihr Umfeld über ihren aktuellen Wetterstatus auf dem Laufenden zu halten.

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Aber so ein bisschen wird es auch übertrieben… Kennt Ihr das? Ihr kommt aus dem Urlaub – entspannt, mit (ein bisschen = bei mir) Farbe im Gesicht, voller Energie – und die erste Frage lautet: „Wie war das Wetter?“. Häh? Selbst nach 2 Wochen bewölktem Himmel kann man doch super entspannt sein, oder? Warum nicht die Frage: „Wie war das Essen?“ – „Wie war die Vegetation“? Ne, man fragt nach dem Wetter, weil die Gleichung recht simpel ist. Klasse Wetter = Klasse Zeit.

Und hier der Beweis: Vor einiger Zeit saßen wir im Freundeskreis zusammen. Person A war eine Woche in Süditalien, bomben Wetter – nur blöd dass sie drei von sieben Tagen mit Durchfall im Bett/ auf dem Balkon lag. Person B war ein paar Wochen später in Süditalien – und es regnete eine Woche lang. So, und jetzt die Quizfrage an euch: welche der beiden Personen hatte mehr Mitleid auf ihrer Seite? Genau, Person B! (Ich gebe es zu, auch mir hat sie mehr leid getan…)

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Wenn es um mich selbst geht, bin ich dann wieder recht pragmatisch, was das Wetter angeht. Vielleicht liegt es daran, dass der Mann und ich in der Südtoskana Anfang Oktober (Regenwahrscheinlichkeit geht „normalerweise“ gegen Null) im strömenden Regen geheiratet hatten. Vormittags war es noch trocken, aber wenn ich von strömendem Regen am Nachmittag spreche, dann meine ich Wolkenbrüche und mehrere Stunden anhaltende Gewitter. Da plant und macht man monatelang und eines kann man einfach nicht beeinflussen: das Wetter. Nichts desto trotz, die Feier war der Hammer und ich kann sie mir nicht perfekter vorstellen. Wetter hin oder her – es kommt halt drauf an, was man daraus macht.

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Also habe ich mir angewöhnt, mich kurz zu ärgern, wenn ich die Wettervorhersage (wie aktuell für Pfingsten) sehe: „Gehts noch? Wir haben Ende Mai und sprechen über Maximaltemperaturen von 16 Grad UND Dauerregen“. Dann schiebe ich einen Bund Spargel im Kühlschrank nach hinten, koche schnell eine Erbsensuppe oder einen Eintopf als Seelentröster und mache die Vorhänge zu, weil mich das grau sonst depressiv macht. Ich lackiere mit gutem Gewissen nicht meine Fußnägel, weil es recht unwahrscheinlich ist, dass jemand in nächster Zeit meine nackten Füße sieht (Ehemann ausgeschlossen). Ich koche ein und koche ein, weil das Licht im Moment noch dunkler als im November ist und das Fotografieren so echt keinen Spaß macht.
Naja, und ich verdränge, dass ich mir unsere ersten 10 Monate „back-in-Munich“ etwas anders vorgestellt habe. Immerhin hatten wir bereits in unserem ersten Jahr den „kältesten Sommer seit 30 Jahren“ (war tatsächlich letztes Jahr eine Zeitungsheadline), auf den andere immerhin 30 Jahre lang warten mussten und der Frühling in diesem Jahr ist bislang auch nicht wirklich von ausschweifenden Biergartenbesuchen gekrönt.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Herbstattacken im Frühling, kann ich euch Dhal ans Herz legen – die Kombination aus Linsen, Kokosmilch, Ingwer, Tomaten und Shrimps wärmt das aufgrund des Wetters verschnupfte Seelchen und schmeckt super lecker.
(Rezept gefunden auf essen&trinken und leicht adaptiert )

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Zutaten Linsen Dhal mit Tomaten und Ingwer Shrimps
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 El Ghee
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Kurkuma
250 g Linsen
250 ml Kokosmilch
350 ml Gemüsefond
2 große Tomaten
30 g frischer Ingwer
400 g Cocktail Shrimps
Salz
8 Stiele Pfefferminze

Zubereitung Linsen Dhal mit Tomaten und Ingwer Shrimps
Zwiebel fein würfeln, Knoblauch fein hacken. 1 El Ghee erhitzen, Zwiebel darin glasig dünsten. Knoblauch und Kreuzkümmel kurz mitdünsten. Kurkuma und Linsen unterrühren. Kokosmilch und Gemüsefond zugießen und zugedeckt aufkochen. Bei milder Hitze 25 Minuten weich garen.
Stielansätze aus den Tomaten schneiden. Tomaten 30 Sekunden in kochendes Wasser geben, mit kaltem Wasser abschrecken und häuten. Tomaten halbieren, entkernen. Das Fruchtfleisch 1 cm groß würfeln.
Ingwer schälen und fein hacken. Restliches Ghee in einer Pfanne erhitzen. Ingwer darin bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten andünsten. Shrimps zugeben und bei mittlerer Hitze 5 Minuten braten, mit Salz würzen.
Tomaten unter die Linsen rühren und erhitzen. Dhal mit Salz würzen. Minzblättchen abzupfen und fein schneiden. Dhal mit Minze und Shrimps anrichten, Ghee aus der Pfanne darüber träufeln.

8 thoughts on “Linsen Dhal mit Ingwer Shrimps

  1. Huhu liebe Sandra,
    du hast ja Recht es gibt so viele sinnlose Gespräche die übers Wetter geführt werden. Oft auch nur weil man sich sonst nichts zu erzählen hat man aber höflich sein möchte- ganz schön schlimm!
    Aber auf der anderen Seite ist das Wetter ja auch soooo wichtig – am Freitag müssen wir zum Beispiel auf eine Hochzeit und nun können wir die schönen Kleider im Schrank lassen 🙁 voll blöd!
    Aber was solls dein Rezept und deine schönen Bilder zaubern mir wieder ein Lächeln ins Gesicht und am Ende kann man ja eh nichts machen.
    Liebste Grüße
    aus dem trüben und wolkenverhangenen Mainz!

    • Servus Carina,
      neee, ne? Bei dir auch so scheußlich? Hier ist es heute unglaublich – ich war eben mit meiner Winter(!!!) jacke einkaufen, trinke Tee und habe ne Kerze angemacht. Am liebsten würde ich mir das Wetter schön trinken – was ich mir mit euren Sommercocktails durchaus gut vorstellen könnte 🙂
      Das mit der Hochzeit ist echt schade. Und mit einer Strumpfhose und Strickjacke? Dann sieht man auch nicht, dass die Haut auch noch nicht viel Sonne gesehen hat 😉 . Und man solidarisiert sich mit der Braut, die ja keine Wahl hat…
      Ich hoffe, dass es trotz dem Wetter ein rauschendes Fest wird und du viel Spass haben wirst!
      Viele liebe Grüße sendet Dir Deine
      Sandra (aus dem 7 Grad bewölkten statt 7 Grad Regenschauer (immmerhin etwas) München)

  2. Hihi, ich find’s immer total lustig, dass man über’s Wetter eigentlich mit wirklich jedem ins Gespräch kommen kann.
    Hier in Hamburg ist es total wechselhaft und meinem Kreislauf macht das echt übel zu schaffen 🙁 Auch hier ist keine Besserung in Sicht. Aber in Hamburg überrascht es einen nicht sonderlich – von daher…
    Dein Linsen Dahl ist genau meins. Ich liebe, liebe würziges Essen, dann auch noch mit Shrimps. Glaub mir, das Schälchen würde ich auch bei 30° weglöffeln 😀
    Drücke uns jetzt mal allen die Daumen, dass das Wetter wieder bald gnädig ist und sende ganz wetterunabhängige liebe Grüße!
    Kimi

    • Hallöchen Kimi,
      ja, ich finde es auch immer super übers Wetter zu reden, obwohl es sich auf der anderen Seite auch irgendwie so spiessig-deutsch anfühlt 🙂 Das ist ja ätzend, dass dein Kreislauf unter dem Wetter leidet… und ich habe mir schon leid getan, weil meine Laune von dem Wetter getrübt ist. Ich hoffe, dass die düsteren Tage nun gezählt sind und endlich endlich der Sommer sowohl in München als auch in Hamburg kommt. Hamburg ist – wie alle anderen Städte auch- bei Sonne einfach am Schönsten!!!
      Und ja, ich bin auch eine von denjenigen, die locker flockig bei 20 Grad im Schatten einen Erbseneintopf oder ein Dhal verdrücken kann – wieder eine Gemeinsamkeit <3
      Ich wünsche dir ein wundervolles Pfingstwochenende,
      tausend Grüssse,
      Sandra

  3. Danke für das äußerst leckere Rezept. Heute scheint zwar die Sonne bei uns in Unterfranken, aber da ich die Zutaten alle zuhause hatte, wurde es gleich nachekocht. Als Beilage gab es selbst gebackenes Naanbrot.

    • Hallo Gabi,
      ich bin nach wie vor hin und weg, dass du so fix das Dhal nachgekocht hast! Das sind die Momente, in denen der Hase absolut im Glück ist – danke für dein tolles Foto auf Facebook! Es sieht toll aus!!!
      Ein wundervolles Wochenende wünscht dir,
      Sandra

  4. Meine liebe Sandra,
    ich muss zugeben, dass ich ja auch eine absolute Wettertante bin. Scheint morgens die Sonne, wird der Liebste am liebsten mit den Worten „Schau mal Schatz, die Sonne scheint! Doll, oder?“ geweckt. Das liegt natürlich nuuur daran, dass wir dann auf dem Balkon frühstücken können. Is klar 😉 Auch Mails beende ich gerne mit Wetterinfos 😉
    Und weil es hier momentan auch gar nicht nach Wonnemonat Mai aussieht (schon wieder Wetter), hätte ich jetzt sehr gerne ein Schüsselchen von deinem köstlichen Dhal. Die Shrimps machen mich fertig, ich willll 😀
    Ganz liebe Grüße aus dem Norden in den Süden (eine weitere Vorliebe),
    Mia

    • Hallo Mia,
      ja, ja : beide Bananenliebhaberinnen, Rhabarber-Glückskinder, Wetter-Tanten 🙂 Wenn ich von der Sonne geweckt werde, bin ich auch gleich besser drauf und flöte durch die Wohnung 🙂 Vielleicht sollten wir auswandern, damit die gute Laune 365 Tage andauert?
      Mit dem Dhal habe ich es so gesehen: Früher meinte die Mutter „Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur schlechte Kleidung“ – heute sagt die Foodbloggerin „Es gibt kein schlechtes Wetter es gibt nur unpassendes Essen“ 🙂
      Liebe Grüße aus dem Süden in den Norden (noch eine Gemeinsamkeit!!!)
      Sandra 🙂

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