Hase im Glück

Lauch Kuchen vom Blech mit Speck & Käse

Einblicke in eine verpeilte Woche … oder
… die Qual der Wahl //

Lauchkuchen mit Speck & Käse I Leek, Bacon & Cheese Quiche I haseimglueck.de
Achtung, Achtung, jetzt kommt eine Momentaufnahme! Es ist Donnerstag der 25.02.2016, 14:12 Uhr, ich sitze in einem Abteil der Deutschen Bahn und bin fix und fertig. Vor mir liegt ein langes Mädels-Wochenende in der Ex-Heimat Düsseldorf, auf das ich mich schon seit Wochen freue und über mir liegt eine Champagnerflasche in der Gepäckablage (Champagner schmeckt am besten, wenn es nichts besonderes zu feiern gibt!).
Warum ich gerade etwas aufgelöst hier sitze? Weil ich zum einen a.) eine absolut verpeilte Woche hinter mir habe (bzw. die ersten 3,5 Tage dieser Woche waren extrem verpeilt, ist ja erst (Hilfeeee) Donnerstagnachmittag) und weil ich zum anderen b.) in der letzten halben Stunde mindestes 20.000 lebenswichtige Entscheidungen treffen musste.

Lauchkuchen mit Speck & Käse I Leek, Bacon & Cheese Quiche I haseimglueck.de

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Kommen wir zu a.): Gestern in der Küche hat mich der Mann absolut ernst gemeint folgendes gefragt: „Hase, von wem hast Du eigentlich diese Verpeiltheit?“ – ich konnte es ihm beim besten Willen nicht sagen…
Am Montag packe ich auf der Arbeit den Jutebeutel, in dem sich eigentlich mein Frühstück befinden sollte, aus und halte statt einer Banane, Mango und einem Hüttenkäse ein kiloschweres Buch über professionelle Bildbearbeitung in der Hand. Nicht, dass der Buchbeutel bestimmt 100-mal schwerer als der Frühstücksbeutel war… ist mir nicht aufgefallen…

Am Dienstag stehe ich auf der Arbeit und während mein Teewasser kocht, denke ich mir, dass irgendetwas anders ist. Fakt ist, dass ich keinen BH an hatte. Natürlich habe ich schon mal vergessen, Wimperntusche aufzutragen, aber ohne BH in die Arbeit? Das war eine Premiere. Ich werde jetzt auch nicht weiter drauf eingehen (man weiß ja nicht, wer das alles hier liest).

Am Mittwoch stand das Kick-Off für das Projekt „Sandra goes Parodontose Behandlung“ auf dem Programm. Und was esse ich kurz davor? Eine Mohn(!!!)semmel. Ich bin bei der Ärztin echt im Boden versunken, weil ich ad hoc nicht alle Körnchen entfernt bekam.

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Tja, und wie gesagt, heute ist Donnerstag, ich habe eine sechsstündige Zugfahrt vor mir und bin nun bei Punkt b.).
Auf dem Weg von der U-Bahn zur Bahnhofshalle denke ich mir noch locker-flockig „Hach, noch 20 Minuten Zeit, super, dann kannste Dir ja noch schnell (!) was zum Essen kaufen“. Spätestens in dem Moment, in dem ich den Bahnhof betrete, bereue ich jedoch inbrünstig, mir nichts von daheim mitgebracht zu haben.
Zunächst lacht mich auf einem Plakat vor Le Crobag ein belegtes Ciabatta an („Mmmh, mit Rucola und Parmesan! Ist gemerkt, aber ich schau mal weiter.“). Ich passiere einen Segafredo („Oder doch lieber ein Panini?“), die Münchner Bäckereikette Rischart („Butterbrezn!!!“) und stehe dann vor einem Brioche Doree („Die Semmeln hier sehen ja auch nicht schlecht aus!“).
Rechts von mir ist ein Schild, das zu Burger King führt („Hach, nen Burger hattest Du auch lange nicht mehr!“) und links ein Starbucks („Oder doch einfach was Süßes?“). Yormas und Scoom bringen zusätzliche Komplexität in den Entscheidungsprozess.

Aus Rubenbauers Genusswelt strömt der Duft von Hähnchen und Pommes und während ich auf die Uhr schaue und fix kalkuliere, ob ich mir einfach schnell eine Portion Pommes reinpfeifen soll, lachen mich Kalamari und Lachssemmeln bei Gosch an. Hiiiilfeeeee!!!
Wie gejagt schaue ich mich um und weiß, es muss eine Entscheidung gefällt werden. Schnell. Während ich überlege, entdecke ich noch Pizza Panini („So ne lecker fettige Pizza macht bestimmt schön satt!“), Dean and David („Uiiiii, so leckere Salätsche!“), einen Vinzensmur („Leberkassemmel, toll!“), ein Sushi Wrap („Wäre mal ganz was anderes“) und eine Chiquita Fruits Bar („Oder einfach was gesundes?).

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Ich setze mich in Bewegung und bin einerseits stolz auf mich, dass ich mein Notebook und meine Kamera in meinen Tracking-Rucksack gepackt habe (macht einen flexibler, nur dass der geschlossene Hüftgurt über einem knielangen Mantel alles andere als stylisch aussieht… egal, der Rücken dankt es mir) und frage mich andererseits, was ich mir dabei gedacht habe, die Lederstiefel mit den richtig hohen Hacken zu tragen. Egal, die Zeit rennt – Ich.Brauche.Was.Zum.Essen.

In den folgenden 10 Minuten hetze ich wie bescheuert von A nach B und je mehr ich hin und her abwäge, was nun schlussendlich gejagt werden soll, umso weniger weiß ich, was ich essen will. Am Ende kaufe ich mir erstmal ein Wasser, lande dann – wie immer – bei Dean und David und bestelle mir – wie immer – den Oriental Salat (Hähnchen, Parmesan, Mango, Weintrauben, Mandelstifte und ein Sherry-Holunder-Dressing). Dazu nehme ich noch einen Apfel und einen mit Sweet Chili Chicken belegtes Sandwich.

Obwohl ich mit ausreichend Vorlauf am Bahnhof war, steuere ich leicht gestresst (und mit schmerzenden Fußballen) mein Gleis an und muss feststellen, dass mein Zug mit dem Wagen 45 beginnt, mein Sitzplatz jedoch in Wagen 24 ist und der Zug auch noch zweigeteilt ist… Ich renne den Bahnsteig entlang, auf meinem Rücken der mindestens 5 Kilo schwere Rucksack, den Griff meines Trollis halte ich in der linken Hand, die „Provianttüte“ in der rechten, über der linken Schulter hängt meine Handtasche, über der rechten Schulter ein Jutebeutel mit einer Wasser –und der Champagnerflasche (hatte ich schon gesagt, dass ich nur 3 Nächte verreise?).

Als ich auf meinem Platz sitze, muss ich erstmal tief durchatmen. Natürlich ist der Sandwich schon aufgefuttert, kurz nachdem wir München Pasing (so 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt) passiert haben.

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In genau solchen Ich-möchte-doch-einfach-nur-was-zum-Essen-Momenten denke ich daran, dass ich am liebsten etwas ehrliches, einfaches, unglamouröses hätte. Etwas, was schon meine Mutter gemacht hat, für das man nicht einmal Gabel und Messer benötigt und was einen nachhaltig sättigt. Etwas wie (ta-taaa) einen Lauchkuchen vom Blech.
Nach den ganzen Semmeln mit unterschiedlichen exotischen Belägen, Pizzen und Fischspezialitäten klingt der Lauchkuchen fast unspektakulär, aber glaubt mir, er ist der Wahnsinn. Wenn man das Blech nicht zu zweit vernichtet *hüstel* kann man ihn auch toll zu Parties mitbringen. Einfach am Vortag vorbereiten, kalt stellen, in mundgerechte Stücke schneiden und entweder kalt essen oder noch mal etwas erwärmen (geht auch ohne Speck, oder nur halb mit Speck belegt).

Da das Februar-Motto der #ichbacksmir Aktion von Claras Blog tastesheriff Partyfood heißt, steuere ich gerne meinen Lauchkuchen in die illustre Sammlung von gebackenen Partyideen bei. Wenn Ihr auf den Banner klickt, kommt Ihr zur gesamten Partyfood-Sammlung, ich bin schon ganz gespannt, was da alles so zusammen kommen wird.

ich-backs-mir
P.S. So, ich könnte jetzt ewig weiter schreiben, denn während ich die Zeilen hier runtergetippt habe, haben sich mindestens 5 weitere blogtaugliche Geschichten um mich herum ereignet (Hat der Schaffner gerade tatsächlich nach dem Abstempeln meiner Fahrkarte „Ach, das war doch jetzt ein Quickie *zwinker zwinker*“ gesagt??? Ja, hat er…).
P.P.S. Papa, ich habe drei Stücke des Kuchens vor deiner Tochter und deinem Schwiegersohn gerettet – sie warten hier im Gefrierschrank auf Dich.

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Zutaten
Backblech
Zubereitung
  1. Mehl, Milch, Öl, Quark, Backpulver und Salz zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank lagern.
  2. Den Backofen auf 200 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen.
  3. Die Enden der Lauchstangen abschneiden, den Lauch längs halbieren, waschen und in Ringe schneiden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und den Lauch darin ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten.
  4. In einer Schüssel die Saure Sahne und Eier vermischen. Schinkenwürfel und 2/3 des geriebenen Emmentalers in das Ei-Sahne-Gemisch rühren. Zum Schluss den Lauch unterrühren. Die Masse mit etwas Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  5. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig ausrollen und auf das Backblech legen. Die Lauchmasse auf den Teig verteilen und den restlichen Käse auf der Masse verteilen.
  6. Den Lauchkuchen im vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten backen und gut abkühlen lassen.
www.haseimglueck.de

8 thoughts on “Lauch Kuchen vom Blech mit Speck & Käse

  1. Ach Sandra,
    ich liebe deine herrlichen Posts! Du bringst mich immer zum Schmunzeln und deine ehrliche Art macht dich einfach unverwechselbar! Also: Verpeilt ist super, viel sympathischer als immer nur straight unterwegs 😉
    Ein dicker Drücker zu dir, Mia
    PS: Her mit dem Lauchkuchen!

    • Huhu Mia,
      joa, wenns um Verpeilt-sein geht, muss ich mich nicht verstecken 😀
      Die Woche ging übrigens recht verpeilt weiter und ich hoffe mein Bestes, dass es diese Woche etwas ruhiger wird 😉 Schon anstrengend…
      Ganz ganz liebe Grüße zurück sendet Dir Deine
      Sandra

  2. Liebe Sandra,
    klasse, wie im echten Leben. Jetzt hab ich doch Samstag morgens, halb zehn in Deutschland, noch im Bett, Lust auf Lauchkuchen. Verdammt. Naja vllt halt ichs ja bis heut Abend aus. 😉
    Liebste Grüße
    Simone

    • Hallo Simone,
      Lauchkuchen morgens um halb zehn? Jaaa, geht bei mir auch… vor allem wenn es am Abend vorher etwas länger geworden ist 😉
      So zwischen uns beiden: ich kann auch kalte Pizza frühstücken, was Herzhaftes zum Frühstück finde ich viel besser (ok, und vielleicht ein Nutella Brot noch als Abschluss 😀 ).
      Ich wünsche Dir einen wundervollen Start in die Woche und grüße Dich lieb aus München,
      Sandra

  3. Huhu,
    ich bin auch immer so mega verpeilt, obwohl ich weiß, dass ich manchmal so wirke, als hätte ich alles unter Kontrolle. Boah und wenn es um’s Essen geht, kann ich mich oft nicht entscheiden und treib meinen Mann damit an den Rande des Wahnsinns. Und je hungriger ich bin, desto schlimmer wird’s 😀
    Mhhh, aber so etwas bodenständiges wie deine Quiche ist in solchen „sich-nicht-entscheiden-können“-Momenten das beste 🙂
    Liebe Grüße,
    Kimi

    • Hallo Kimi,
      ja, ich glaube, dass es genau die Mischung ist, die bei mir auch da ist: auf der einen Seite straight, organisiert, Mrs Excel, gradlinig und auf der anderen Seite komplett verpeilt :-D.
      Unsere arme Umwelt – die müssen sich dann drauf einstellen und werden an den Rand des Wahnsinns getrieben 🙂
      Und das mit dem Essen-Einkaufen ist echt so: man kauft was komplett anderes, wenn man vorher was gegessen hat. Wenn ich mit Hunger einkaufen gehe packe ich daheim meine Taschen aus und denke mir immer wieder aufs Neue „Was hat Dich denn bitte da geritten, solche Sachen in den Wagen zu stapeln und zu kaufen?“ – man hat irgendwie einen komplett anderen Blick dann.
      Meine Liebe, ich wünsche Dir einen guten Montag,
      liebste Grüße sendet Dir,
      Sandra

  4. Hallo liebe Sandra,
    ich glaube, dass ich bisher noch nie (warum auch immer…) bei dir kommentiert habe, aber das ändert sich hiermit! Ich musste grade soooo herzhaft über deine coole Art lachen! Ich liege auf dem Wohnzimmerteppich und halte mir den Bauch vor Lachen. Das tut mir natürlich primär leid, dass das so bei dir läuft/gelaufen ist, aber du verpackst das echt so super… Deine Art ist klasse 🙂 Wenns dich aber beruhigt, ich lasse ebenfalls kein Fettnäpfchen aus und schaffe echt „Unmögliches“ (leider nicht supermanlike…)! Ich kann dich so gut verstehen!

    Und dein Lauchkuchen vom Blech lacht mich dazu noch an!
    Ganz liebe Grüße und einen guten Wochenstart wünsch ich dir,
    Eva

    • Hallo Eva,
      danke Dir für deinen lieben Kommentar!!!
      Ich freue mich immer, wenn ich den ein oder anderen zum Schmunzeln bringen kann – wobei ich mich über meine „Verpeiltheit-Woche“ selbst total totlachen musste. Und meine Freundin, bei der ich am Wochenende in Düsseldorf gepennt habe, meinte, dass sie sich gar nicht mehr einkriegen konnte, weil sie sich beim Lesen meines Beitrags mein verpeiltes Gesicht vorgestellt hat 😀 Oh jeeee, es wird Zeit, dass die kommende Woche etwas ruhiger wird!
      Ich finde es immer super, Gleichgesinnte zu treffen 😀 Von dem her, lass uns weiter verpeilt sein – das macht den Alltag irgendwie lustiger und erträglicher!
      Allerliebste Grüße sendet Dir,
      Sandra

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